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Dave, was machst du eigentlich im Moment?

Ah, nett das ihr fragt. Es ist so einiges passiert. Kurz nach meiner Ankunft zurück aus Woodstock, fand ich im Briefkasten etwas. Die Bestätigung für eine neue Chance. Ich werde ab September eine weitere Ausbildung anfangen. Samstag kam ich nach Hause, am Montag hatte ich schon meine Kündigung eingereicht. Den Sonntag über habe ich überlegt. Schließlich ist es ein schwieriger Schritt. Im Augenblick habe ich einen lässigen und sicheren Job der mir Spaß macht. Andererseits kann ich mit ihm zwar bescheiden gut leben, doch eben nur bescheiden. Und eine Rente höher als Hartz IV würde es auch nie geben. Ein Haus. Kinder? Wenn ich nicht betteln möchte nicht machbar. Also lieber zwei Jahre mit noch etwas weniger auskommen und dann wird alles besser. Hoffe ich zumindest.

So ergab es sich, dass ich die restlichen beiden Wochen im August spontan frei hatte. Eine günstige Gelegenheit. So kam die Nachricht eines freundes, der unverhofft eine Wohnung über die Woche in Rostock bekam und nun Leute sucht, die mit ihm dort feiern möchten, entsprechend gut bei mir an. Die Besitzerin ist selbst in der Zeit in ihrem Garten in der Nähe und verbringt dort die Zeit. Sie glaubt er käme nur mit einem Freund vorbei. Das es am Ende 9 waren die dort nächtigen, hat sie (hoffentlich) höchstens geahnt.

Der Plan war simpel wie perfekt. Wir fuhren Dienstag früh hin und taten so, als würden wir die geladenen nicht kennen. Dann verbrachten wir die Zeit am Bahnhof. Die anderen zwo ließen sich abholen und nahmen die Schlüssel in Empfang. Wenn die Besitzer fort sind, können wir dazustoßen. Zeit verbringen wir entweder am Strand in Warnemünde oder abends draußen beim tingeln. Nur schlafen und kochen wollten wir in der Wohnung. So blieb die Chance etwas zu zerstören relativ gering. Außerdem sollte es ein Urlaub werden. Im Haus sein könnten wir immerhin auch in Berlin.

Bis auf einem Tag hat das gut funktioniert. Dort platzte die Eigentümerin plötzlich in die Hütte. Zum Glück waren fast alle gerade ausgeflogen. Fast alle. Doch die kleine “Geschichte” die wir ihr auftischten schien funktioniert zu haben. Den Rest der Zeit ließ sie uns in ruhe. Läuft. Beziehungsweise lief.

Eine tolle, feuchtfröhliche Woche. Kann man machen.

Meer als nur Rostock

Nachdem ich gestern spät in Bett kam, war heute frühes aufstehen angesagt. Wir möchten den Tag in der fremden Stadt schließlich voll auskosten. Also Sachen packen und ab. Unterwegs zum Hauptbahnhof werden die ersten eingesammelt und selbstverständlich für jeden ein Bier geköpft. Kam ja keiner zum frühstücken. Flüssiges Brot tut es auch.

Reise

Die Zugfahrt mit knappen 2/1/2h ist mit lückenhaften Internet und Handyempfang ausgestattet. Deshalb mussten wir uns wohl oder übel miteinander beschäftigen. Wir nutzten also die Zeit um die ein oder andere Flasche zu leeren und Karten zu spielen. Und Schiffe versenken auf dem Handy. So gegeneinander über Bluetooth und so. Und Musik hören. Einige sogar zum schlafen (Langweiler).

Da alles ein Ende hat, näherte sich auch diese Bahnreise ihrem Ziel: Rostock. Das war dringend notwendig, unser Vorrat an Getränken hatte ein gefährliches Tief erreicht. Ein Teil wollte eh zum Fußballspiel Rostock VS Kiel. Diese stiegen dort in den Bus, wir plünderten eine Kaufhalle und stürmten einen Döner. Nun gut vorbereitet ab in den Regio nach Warnemünde. Ach halt, dass nennen die dort S-Bahn (in Berlin sieht die ja etwas anders aus). Hauptsache man kommt von A nach B.

Strand

Diesen Teil kann ich überspringen. Auch wenn es fast den gesamten Tag einnimmt. Wie war es am Meer? Ich bin von jeher kein Fan davon. Trotz allem ist das Wasser erfrischend gewesen. Der Sand traumhaft. Das Wetter bombastisch. Und was haben wir gemacht? Nichts. Sonne genossen, getrunken, baden gegangen, doof gequatscht. Das übliche.

Heimat

Abends packten wir ziemlich zügig zusammen. Wir haben mehr Zeit dort verbracht als gewollt. Wenn wir den Zug pünktlich erwischen wollten, mussten wir uns sputen. Haben wir dann auch. Hier sind auch wieder welche im Schlaf versunken, andere spielten Skat. Nur mit dem Genuss von Alkohol hielten wir uns zurück. Ging alles schon am Badestrand drauf. Doch das war in Ordnung.

Kurz nach 22 Uhr kamen wir auch in Berlin wieder an. Trotten noch kurz zu Kaisers und kauften Nachschub. Und Fleisch. Viel Fleisch. Jetzt geht es ab zum grillen. Langsam merkte ich auch wie sehr so ein Tag voller Sonnenschein schlaucht. Und jetzt fällt auf Grund eines Polizeieinsatzes unsere Bahn aus. H U N G E R! Ein Glück haben wir einige Freunde am Bahnhof getroffen. Darunter war auch Samira (besucht ihren Blog!) Die hatten immerhin Nudelsalat dabei. Für den Moment war es das Beste, was ich je gegessen hatte. Kann man wiederholen. Also das essen vom Nudelsalat, nicht den Zugausfall.

Gegen 1 Uhr sind wir auch beim Grill angekommen. Der war noch an, unser Essen schnell und gut durch. Nomnomnom. Tatsächlich haben wir noch einmal richtig zugeschlagen. Der Hausherr brachte seinen selbstgemachten Wein raus und wir setzten uns um eine Feuerschale. Der Tag klang richtig chillig aus. Stark.

Usedom auf der Karte

Urlaub

Jeder muss Urlaub machen. Hin und wieder. Und auch wenn Balkonien seinen Reiz hat, sollte etwas Abwechslung gut tun. Also in einer spontanen Aktion die Sachen gepackt, Leute zusammengetrommelt und ab ans Meer. An die Ostsee. Nach Usedom.

Drei Tage beziehungsweise zwei Nächte Sonne, Strand und Bikinis genießen. Ach ja, Bier und Spirituosen nicht vergessen, man muss irgendwie die Nacht überstehen!

Angekommen viel mir gleich wieder ein, warum ich ungerne günstig verreise. Ich hasse zelten. Ich hasse es in einem Zelt zu schlafen. Ich mag es ein Zelt aufzubauen. Spät abends kamen wir an, bauten auf und machten uns zum Strand um ihn einzuweihen. Dies ist gelungen.

Da Urlaub konnte man ausschlafen. Ich nicht. Das lag aber nicht daran, dass keine Zeit war, sondern dass ich schlicht und einfach nicht gut auf dem Fußboden schlafe. Schon nach ein paar Stunden der Augenpflege schaute ich mir den Zeltplatz, auf dem wir für kurze Zeit lebten, genauer an. Es gibt tatsächlich einen mobilen Bäcker, der morgens Schrippen und andere Backwaren verkauft. Schlaue Idee.

Für Sonne satt war es der perfekte Zeitpunkt, die Tagesbeschäftigung war also gesichert. Bier, Volleyball, baden und Sonne tanken. Mysteriöserweise habe ich keinen Sonnenbrand. Die anderen alle schon. Tja, ich werde halt selten braun.

Ein Tipp von mir: Versucht keine Nudeln am Strand in einem Topf im Lagerfeuer zu machen. Der Sand findet seinen Weg. Ansonsten waren sie gut durch und geschmacklich mehr als akzeptabel.

Ein zweiter Tipp: Meidet die Bahn, um dorthin zu gelangen. Ich nutzte sie und davon abgesehen, dass ich doppelt so viel Zeit brauchte wie mit dem Auto, musste ich auch unklimatisierte Züge ertragen. Und Wartezeiten an irgendwelchen Bahnhöfen in knallender Sonne, kein Automat und auch keine Kaufhalle um etwas zu kaufen. Keine Getränke. Warm. Schwitzen mit vollem Gepäck. Und sie kommt immer zu spät. Selbst wenn sie pünktlich abfährt, kommt man zu spät an. Macht etwas, aber MEIDET DIE BAHN!